Ich hab ‘nen Vogel!

geschrieben am 25. Mai 2010 um 10:59

Besser gesagt: der Kater hatte…

Ich wollte eigentlich heute morgen nur noch eine Zigarette rauchen, bevor es hier so richtig los geht. Auf der To-Do-Liste standen einige Erledigungen, Besorgungen und – naja, To-Dos eben.

Und dann kam der Kater an, mit irgendwas im Maul – Frau Grainnee hechtet zur Terrassentür, weil der doofe Kater die Angewohnheit hat, Beute immer sofort ins Untergeschoss abzuschleppen und dort unter unserem Bett zu verstecken…

Ok, Terrassentür zu, Kater drin, Federknäuel draußen – und nu?

Ich bin rein, die Kinder standen Spalier um das Vögele, damit der Kater nicht rankommt. Und dann hab ich erst mal mit dem Tierarzt telefoniert. Die rieten mir, die Amsel (ein voll befiedertes, noch nicht flügges Baby) möglichst hoch in einen Baum oder auf einen Balkon/Dachgarten etc. zu setzen. Die Eltern würden sich auch dort um das Jungtier kümmern und er müsste in den nächsten Tagen sowieso flügge werden. Das Tierchen machte im Großen und Ganzen auch einen recht wachen, fitten Eindruck – bis auf eine Verletzung am Flügel und den linken Fuß.

Na, wunderbar – wir sind im Erdgeschoss, im ganzen Haus und in der näheren Nachbarschaft niemand zuhause… – also Standortwechsel: die Amsel vorsichtig in einen mit Handtuch ausgelegten Karton gesetzt *flatter*, die Katzen nach draußen gesperrt und hinter dem Fenster Wache gehalten, bis jemand aus der Nachbarschaft heimkommt. Hab ja sonst nix zu tun 🙂

Inzwischen hatte er den Fuß auch wieder unter den Körper gezogen und nachdem er sich vom Schock erholt hatte, fing er auch an zu flattern und zu rufen. Gottseidank kam die Nachbarin recht bald vom Einkaufen zurück, kuckte aber erst mal etwas kariert, als ich rüberrief:

Frau W., ich würd’ Ihnen gern einen Vogel auf’s Dach setzen!

Ich hab ihr dann erklärt, was der Tierarzt sagte und dann durften wir das Amsele auf eine kleine Dachterrasse setzen. Und inzwischen waren wohl auch bereits die Eltern dort und haben sich um ihren Junior gekümmert. Hoffen wir, dass es ihm gut geht und er in ein paar Tagen davonfliegt – und dass er sich ab sofort von den Katzen fernhält…

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  1. Sefarina meint:

    Huch, ist der niedlich! Und ein riesen Glückspilz obendrein, wenn ihn die Eltern weiterhin versorgen. Schön dass du dich gleich um ihn gekümmert hast 🙂

  2. Manuela meint:

    Ich musste gerade so breit grinsen. Unser Hund hat mal ein Vogeljunges im Garten gefunden und keine Ruhe gehalten, bis ich endlich mit ging. Wir haben das Vögelchen dann in den Komposter gesetzt, den konnte man halb schliessen, da war es dann auch trocken. Die Eltern kamen, um ihr Junges zu füttern und der Hund hat es vor den Nachbarskatzen bewacht.

    Wir kennen uns übrigens nicht, ich lese nur schon lange hier still mit und war etwas überrascht, dass Du so plötzlich auf meinem Blog gelandet warst.

    Liebe Grüsse, Manuela

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