Und deshalb mag ich meinen Job :-)

geschrieben am 19. Oktober 2009 um 19:32

Eine Bekannte bat mich vor kurzem um Rat bezüglich einer Flötenschülerin. Das Mädchen spielt 2 Jahre, ist technisch top, hat aber einen sehr unsauberen Ton.

Ferndiagnosen sind bestenfalls unseriös, deshalb bot ich ihr an, mich in eine Unterrichtsstunde zu setzen und mir das Mädchen mal anzuhören. Und das haben wir dann am Samstag gemacht.

Das Mädle war sehr aufgeschlossen und überhaupt nicht schüchtern – ich hab mir erst mal eine Tonleiter angehört und danach ein Stück, das gerade „dran“ ist. Mein Fazit war: zu wenig Spannung auf den Lippen, dadurch dann sehr viel „Wind“.

Wenn der Lippenspalt beim Flötespielen breiter ist als das Mundloch, geht die Luft links und rechts am Loch vorbei und das gibt Windgeräusche.

Idealerweise ist die Spannung der Lippen also – auch abhängig vom zu spielenden Ton – so hoch, dass die Öffnung nicht breiter ist als das Mundloch:

querfloete

querfloete-ansatz

Dazu hab ich dann ein paar simple Übungen mit und ohne Flöte gezeigt und die Erinnerung „achte auf die Lippenspannung!“ brachte schon eine deutliche Verbesserung. Und so ganz zum Schluss – wir hatten schon fast eingepackt – schau ich mir den Ansatz der  Flöte noch mal genauer an…

…und korrigiere die angesetzte Flöte um allerhöchstens einen Millimeter nach unten. Das Kind spielt – und wir fallen alle fast vom Stuhl. Ein Ton! Stabil, klar, sauber und wunderschön!

Kleine Ursache, große Wirkung 😉

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